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16. Symposium der Internationalen Brecht Society (IBS)

19 Juni23 Juni

Schauspiel Leipzig
Bosestraße 1
Leipzig, 04109 Deutschland

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Brecht unter Fremden /
Brecht Among Strangers

Veranstaltet von der International Brecht Society (IBS) und dem Centre of Competence for
Theatre (CCT) an der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig und dem Schauspiel Leipzig

Zeit seines Lebens war Bertolt Brecht konfrontiert mit dem Fremden. Er war ihm ausgesetzt an allen Schauplätzen seines Lebens, auf denen er sich als einer unter Fremden bewegte. Und er hat die Erfahrung des Fremden zum Angelpunkt seines gesamten künstlerischen Schaffens gemacht. Seine Stücke, Prosa und Gedichte ebenso wie die Texte zur Theaterarbeit und zu anderen Künsten sowie zu Politik und Gesellschaft insistieren darauf, dass Fremdheitserfahrung die Voraussetzung einer künftigen Gemeinschaft unter Fremden ist.

Brechts intensive Auseinandersetzung mit dem Fremden ist hochaktuell in einer Zeit, in der Fremdenangst und Fremdenhass tagtäglich unsere Unfähigkeit unter Beweis stellen, in einer Zeit der Globalisierung und der Migrationsgesellschaften unter Fremden zusammenzuleben. Zusammen mit Brecht einen Beitrag zur Konvivenz mit (dem) Fremden zu leisten, ist das generelle Ziel des Symposiums BRECHT UNTER FREMDEN.

Unter dem Fremden ist dabei nicht das Exotische und weit Entfernte zu verstehen. Gemeint sind nicht allein die Fremden (foreigners) von außerhalb und deren Sitten und Gebräuche, die uns fremd (strange) anmuten mögen. Eine von Brecht ausgehende Perspektive richtet sich vielmehr auf ein radikales, nicht integrierbares Fremdes, das zuallererst im Eigenen (der Kultur, der Lebensgeschichte, des Ich) zu finden ist. Erst die Erfahrung des Fremden im Eigenen durch das Fremdwerden der eigenen Erfahrung ermöglicht nach Brecht, dass Menschen, gleich ob Einheimische oder Migranten, als Fremde unter Fremden zusammenleben können.